plastische Chirurgie
plastische Operation
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die geschichte der plastischen Chirurgie 

definition
Laut Definition stellt die Plastische Chirurgie fehlende Funktionen und die Ästhetik des Körpers, verursacht durch Verletzungen, Fehlbildungen oder Tumorentfernungen, operativ wieder her. Mit dieser Aufgabe befassen sich hauptsächlich die Facharztgruppen Plastische Chirurgie, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Ein Teilgebiet davon ist die Ästhetische Chirurgie oder Schönheitschirurgie. Sie allein nimmt Korrekturen auf  Wunsch von Patienten vor.

geschichtliche entwicklung der plastischen chirurgie
Bereits 700 Jahre v. Chr., etwa zur Zeit der Gründung Roms, wurden in Indien und Ägypten Nasenoperationen durchgeführt. Dort wurden oft als Bestrafung Köperteile – wie zum Beispiel die Nase – abgetrennt. Zur Rekonstruktion der Nase kommt noch heute der danach benannte „Indische Lappen“ (ein Hautlappen aus der Stirn) zum Einsatz.
Diese Künste gerieten im Mittelalter völlig in Vergessenheit. Rund 100 Jahre nachdem Christoph Columbus Amerika entdeckte, veröffentlichte in Italien der Arzt Gaspare Tagliacozzi (1545-99) aus Bologna eines der umfangreichsten Wer-ke über plastische Chirurgie. Darin wird u. a. die Transplantation von lebender Haut des Oberarms zur Nasenrekonstruktion („italienische Methode“) detailliert beschrieben. Auch die Wiederherstellung von Ohren sowie der Verschluss von Gewebedefekten, oftmals ausgelöst durch die grassierende Geschlechtskrankheit Syphilis, werden in dem Werk erläutert.
Rund 250 Jahre später macht die Plastische Chirurgie Fortschritte. Diese sprunghafte Entwicklung wurde vor allem von der Einführung der Äthernarkose begünstigt, die schmerzloses Operieren ermöglichte. Im Mittelpunkt standen dabei Eingriffe zur Behebung der Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte, Hauttransplantationen und Schieloperationen. Vor etwa 100 Jahren sammelten Chirurgen erste Erfahrungen in Gesichts-, Brust- und Bauchdeckenstraffungen sowie Lippen- und Augenlidkorrekturen.

ursprung der plastischen chirurgie
Die heutige Plastische Chirurgie nahm ihren Ursprung in der Mund-Kiefer- und Gesichtschirurgie. Chirurgen entwickelten während des Ersten und Zweiten Weltkrieges erstmalig Techniken, um die zahlreichen schwerwiegenden Gesichts-verletzungen zu behandeln. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, befassten sie sich nicht nur mit der Medizin, sondern auch mit der Zahnmedizin. Diese Spezialisten – ausgebildete Gesichts- und Kieferchirurgen – begründen die heu-tige Plastische Chirurgie. Amerikanische Ärzte nannten ihre im Jahre 1921 gegründete Gesellschaft „American Association of Oral and Plastic Surgery“ (engl. für: Amerikanische Gesellschaft für Mund- und Plastische Chirurgie), die später in „American Association of Plastic Surgery“ (engl. für: Amerikanische Gesellschaft für Plastische Chirurgie)  umbenannt wurde.
Aus der Plastischen Chirurgie entwickelten sich die Fachgebiete Chirurgie, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie  (kurz: MKG-Chirurgen) und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (kurz: HNO-Heilkunde). Die  zweijährige Zusatzausbildung „Plastische Operationen“ für die MKG-Chirurgen und die HNO-Ärzte und die zweijährige Zusatzausbildung „Plastische Chirurgie“ für die Fachärztegruppen wurden im Jahre1978 von der Bundesärzteammer ins Leben gerufen. Seit 1992 ist die Plastische Chirurgie als eigenständige Facharztausbildung anerkannt. Um die Qualität und den Standard der Schönheitschirurgie zu vereinheitlichen, wurde gleichzeitig die Dauer der Zusatzausbildung der MKG-Chirurgen und HNO-Ärzte auf drei Jahre erweitert.

plastische chirurgie – wer darf ästhetisch operieren?
Die Schönheitschirurgie hat sich in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland fest etabliert. Die Patienten entschließen sich zu solchen Operationen freiwillig. Sie sind medizinisch nicht notwendig und sind deshalb in der Regel reine Privatleistungen. Sie werden von Ärzten unterschiedlichster Fachrichtungen wie Dermatologie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Gynäkologie, Chirurgie, Plastische Chirurgie und Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie durchgeführt. Die unterschiedlichen Facharztgruppen sind wiederum in eigenen Fachgesellschaften organisiert, die sich alle darüber streiten, wer welche Schönheitsoperationen ausführen darf.

Das stellt allerdings ein Problem für den Patienten dar. Denn oftmals entsteht durch die vermehrte Pressearbeit der verschiedenen Ärzte-Verbände in den Medien ein falsches Bild. Statt die Patienten objektiv aufzuklären, geht es um Wer-bung mittels einseitiger und wenig objektiver Berichterstattung. Denn leider lassen sich auch vermeintlich seriöse Medien immer häufiger von professioneller PR-Arbeit beeindrucken und letztendlich auch instrumentalisieren. Bei der öffent-lichen Diskussion („Wer ist der wahre Schönheitschirurg?“) stehen deswegen auch die finanziellen Aspekte in einem wachsenden Markt der Medizin im Mittelpunkt, anstatt das Wohl des Patienten in den Fokus zu rücken. Vor allem der Fachverband der Plastischen Chirurgen investiert viel in seine Marketing-Aktivitäten. In den vergangenen Jahren ist er sehr unkollegial und aggressiv gegenüber anderen Fachärzten in den Medien aufgetreten, um andere Kollegen auszugrenzen und seine Position im Bereich der Schönheitschirurgie weiter zu stärken.
Wahr ist: Der ästhetische Chirurg muss sich nach wie vor – unabhängig von seiner Facharztausbildung und seinem Können – durch viel Eigeninitiative und Engagement sein Wissen auf dem schönheitschirurgischen Gebiet selbst aneig-nen. Dazu zählen Fortbildungen, Auslandsaufenthalte und Hospitationen bei renommierten Spezialisten. Die klassische Schönheitschirurgie spielt in allen Facharztausbildungen eine untergeordnete Rolle. In öffentlichen Krankenhäusern gibt es kaum Abteilungen, die sich ausschließlich mit Schönheitsoperationen befassen. Sich durch selbstständiges Operieren Erfahrung und Können anzueignen, ist für Ärzte in der Ausbildung nur schwer möglich, denn im Klinik-Alltag werden die meisten Operationen von
Ober- oder Chefärzten durchgeführt. Denn bei medizinischen Privatleistungen sind sie auch meist am Gewinn beteiligt.

 






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